Vierter Sieg in Serie zum Saisonabschluss

s.Oliver Würzburg gewinnt das Frankenderby des letzten Spieltags gegen medi bayreuth mit 82:73 (31:38) – Bauermann: „Wir sind froh, dass wir die Saison so positiv beenden konnten“

(Foto: Viktor Meshko)

Mit dem vierten Sieg in Serie hat sich s.Oliver Würzburg am 1. Mai aus der Spielzeit 2016/2017 der easyCredit BBL verabschiedet: Nach einem schwachen ersten Viertel drehten die Gastgeber vor erneut über 3.000 Zuschauern in der s.Oliver Arena einen 14-Punkte-Rückstand gegen den Tabellenvierten medi bayreuth und gewannen das letzte Frankenderby der Saison am Ende verdient mit 82:73 (31:38). „Wir sind froh und glücklich, dass wir die Saison noch so positiv beenden konnten, wie wir es uns erhofft und erwartet hatten. Unser Dank geht wieder einmal an unsere großartigen Fans. Heute war eine Stimmung wie in den Playoffs in der Halle“, sagte Headcoach Dirk Bauermann nach dem Spiel.

In der Tabelle konnten beide Teams sich am letzten Spieltag weder verbessern noch verschlechtern, trotzdem war es über weite Strecken ein sehr intensives Derby der Unter- gegen die Oberfranken. Dabei dauerte es im ersten Viertel eine ganze Weile, ehe die Hausherren im spiel angekommen waren. Bayreuth startete mit dem Selbstvertrauen eines Playoff-Teams und setzte sich frühzeitig ab – vor allem deshalb, weil die Würzburger von außen keinen guten Tag erwischt hatten, Die ersten sieben Dreierversuche gingen daneben, bevor Sebastian Betz zum ersten Mal zum ersten Mal von jenseits der 6,75-Meter-Linie einnetzen konnte.

Das war in der zehnten Minute – zu diesem Zeitpunkt lag s.Oliver Würzburg mit 6:17 in Rückstand. Nach dem Betz-Dreier und einem Sprungwurf des starken De'Mon Brooks auf Bayreuther Seite endete der erste Abschnitt beim Spielstand von 9:19 aus Würzburger Sicht. Auch in den ersten Minuten des zweiten Viertels blieben die Oberfranken am Drücker und bauten ihren Vorsprung durch einen Brooks-Dreier und ein „And One“ von Steve Wachalski bis zur 12. Minute auf 11:25 aus – der größte Abstand im Spiel.

Die Aufholjagd der Hausherren begann knapp fünf Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit beim Stand von 18:31. Bis zum Seitenwechsel gelang es den Spielern von s.Oliver Würzburg, den Rückstand auf sieben Zähler zu reduzieren – vor allem durch einen Dreier von Lamonte Ulmer und kurz danach den Buzzer-Beater von Vincent Sanford mit ablaufender Uhr am Ende des zweiten Viertels. „Nach dem für mich kaum erträglichen ersten Viertel mussten wir etwas ändern, und die Jungs haben es geschafft, etwas zu ändern“, so Dirk Bauermann. In die Kabinen ging es beim Stand von 31:38, den ersten Führungswechsel erkämpften sich die Gastgeber dann mit intensiver Verteidigung dann in der 28. Minute: Youngster Lukas Wank vollendete einen 12:4-Lauf mit einem Korbleger zum 52:51. Dann waren wieder die Oberfranken am Drücker, die sich bis zum Ende des dritten Viertels wieder auf 56:62 absetzen konnten.

Doch die Würzburger hatten jetzt Lunte gerochen, legten mit 3.000 lautstarken Fans im Rücken im vierten Viertel noch eine Schippe drauf und hatten ihre beste Phase des Spiels: Innerhalb viereinhalb Minuten drehten sie das Spiel mit einem 18:6-Zwischenspurt zum 74:68 die Partie zum zweiten und zum letzten Mal. Für die endgültige Entscheidung sorgte Jake Odum, der 102 Sekunden vor dem Ende gleich vier Freiwürfe zum 80:70 verwandelte – der Würzburger Spielmacher war zunächst von Kyan Anderson normal und nach dem entsprechenden Pfiff der Schiedsrichter noch einmal von De'Mon Brooks unsportlich gefoult worden.

Nach der Partie wurden Spieler und Trainerteam trotz Nieselregen vor der s.Oliver Arena von mehreren hundert Fans gefeiert und in die Sommerpause verabschiedet. Headcoach Dirk Bauermann bedankte sich bei dieser Gelegenheit nicht nur  bei seinen Spielern („Die Jungs haben sich immer reingehängt, nur so waren die Erfolge der letzten Wochen möglich.“), sondern einmal mehr auch bei den Fans: „Eure Unterstützung war einfach einmalig. Deshalb war es unser Anspruch und unsere Verpflichtung, euch durch Leistung, Kampf und Siege etwas zurückzugeben. Heute hat man in den letzten drei Vierteln des Spiels gesehen, wie die Mannschaft sich entwickelt hat. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.“


s.Oliver Würzburg - medi bayreuth 82:73 (9:19, 22:19, 25:24, 26:11)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Lamonte Ulmer 18 Punkte/2 Dreier (7 Rebounds), Vincent Sanford 17/1 (6 Assists), Maurice Stuckey 14/1, Jake Odum 12, Lukas Wank 9, Michael Cobbins 5 (8 Rebounds), Sebastian Betz 3/1, Brendan Lane 2, Felix Hoffmann 2, Krešimir Lončar, Max Ugrai.

Top-Performer Bayreuth:
Brooks 14/1, Linhart 12 (8 „Rebounds), Lewis 11/1, Marei 9 (10 Rebounds).

Key Stats:
Freiwürfe: Würzburg 27 von 30 (90 Prozent) – Bayreuth 22 von 30 (73 Prozent)
Punkte im Schnellangriff: Würzburg 26 – Bayreuth 12
Ballgewinne: Würzburg 11 – Bayreuth 8

Stimmen zum Spiel

Sebastian Betz, s.Oliver Würzburg: „Es ist schade, dass wir uns als Mannschaft erst so spät gefunden haben, sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen in dieser Saison. In den letzten Wochen hat man gemerkt, dass das Team will, deshalb ist es heute auch ein versöhnlicher Abschied mit dem Derbysieg.“

Maurice Stuckey, s.Oliver Würzburg:
„Zum Ende hin haben wir noch einige richtig gute Leistungen gezeigt. Die vier Siege zum Schluss sind Balsam für die Seele, vor allem auch heute im Frankenderby. Es war eine anstrengende Saison, aber wir haben am Ende noch das Beste daraus gemacht.“

Dirk Bauermann, s.Oliver Würzburg:
"Herzlichen Glückwunsch an Raoul Korner und medi bayreuth zu der großartigen Leistung in dieser Saison. Was er mit dieser Mannschaft und seinem Budget hinbekommen hat, verdient allerhöchsten Respekt. Dazu möchte ich ihm und seinem Team ganz persönlich gratulieren. Bayreuth hat nach dem guten Start über die Saison hinweg große Qualität bewiesen und sich einen Platz unter den ersten Vier erspielt. Natürlich will man in einem Derby immer gewinnen. Im Viertelfinale gegen Oldenburg drücken wir unserem Nachbarn aber alle Daumen. Im Spiel heute haben wir ab dem zweiten Viertel unser Herz gefunden, nachdem das erste Viertel für mich kaum erträglich war. Es musste sich etwas ändern, und die Jungs haben es geschafft, etwas zu ändern. Ich bin froh und glücklich, dass wir die Saison so positiv abschließen konnten, wie wir es erhofft und erwartet haben. Unser Dank geht auch an unsere großartigen Fans, es war heute eine Stimmung wie in den Playoffs. Leider ist die Saison für uns bereits zu Ende. Ich freue mich schon auf August, wenn es wieder los geht."

Raoul Korner, medi bayreuth:
"Glückwunsch an Würzburg zum Sieg und zum starken Finish der Saison. Mein voller Fokus liegt schon auf dem ersten Viertelfinalspiel gegen Oldenburg am Freitag. Ich möchte in keinster Weise die Leistung der Würzburger schmälern, aber das war bestimmt auch bei einigen meiner Spieler der Fall. Wir konzentrieren uns ab sofort voll auf die Playoffs. Emotionen wie heute gehören zu einem Derby dazu. Es war ein physisches und intensives Spiel. Ich denke aber, dass wir in den Playoffs noch intensiver spielen müssen."

01.05.2017

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