Loncar-Gala beim Comeback-Heimsieg

s.Oliver Würzburg holt den dritten Sieg im dritten Saisonspiel: 74:64-Erfolg gegen die Eisbären Bremerhaven – Kapitän Kresimir Loncar mit 20 Punkten

s.Oliver Würzburg bleibt auch nach drei Spieltagen der neuen easyCredit BBL-Saison weiter ungeschlagen: Nach einem harten Stück Arbeit setzte sich die Mannschaft von Headcoach Dirk Bauermann am Sonntagnachmittag vor 3.021 Zuschauern in der heimischen s.Oliver Arena mit 74:64 (30:37) gegen die Eisbären Bremerhaven durch. Entscheidender Mann beim Comeback-Erfolg war Kresimir Loncar, der 16 seiner 20 Punkte im entscheidenden vierten Viertel erzielte.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als wäre der Würzburger Kapitän verletzt aus dem Spiel: Bereits nach weniger als drei gespielten Minuten erhielt der 34-Jährige einen schmerzhaften Schlag gegen das rechte Knie und verbrachte den Rest der ersten Halbzeit auf der Bank. Zum Zeitpunkt der Verletzung lagen die Hausherren nach einem verschlafenen Start mit 2:8 in Rückstand – die Gäste aus dem hohen Norden trafen deutlich besser als die Würzburger, denen in den ersten zwanzig Minuten ganze vier Treffer bei 22 Wurfversuchen aus der Zweier-Distanz gelingen sollten.

Bremerhaven verteidigte konzentriert und traf in der ersten Hälfte aus allen Lagen besser – das genügte den Eisbären, um sich kurz vor der Halbzeit erstmals zweistellig abzusetzen (27:37). Ein Dreier von Maurice Stuckey mit ablaufender Uhr sorgte für den 30:37-Halbzeitstand. „Wir müssen darüber nachdenken, warum wir heute so schwer ins Spiel gekommen sind. Wir sind in der Kabine aber ruhig geblieben, weil die Jungs wissen, dass wir auch nach Rückständen zurückkommen können“, sagte Headcoach Dirk Bauermann nach dem Spiel.

Das Comeback begann beim Rückstand von 32:42 in der 23. Minute nach einer Bauermann-Auszeit: Erst verkürzte  Vytenis Lipkevicius mit einem Korbleger, dann kehrte Kresimir Loncar zurück aufs Feld. Es folgten zwei weitere Auszeiten fast im Minutentakt, weil zunächst Cliff Hammonds und Abdul Gaddy zum 38:42 trafen und danach der Ex-Würzburger Ivan Elliott und Johnny Berhanemeskel für die Eisbären antworteten (38:46, 26. Minute).

Loncars 9:0-Lauf bringt die Wende

Es folgte ein viertel-übergreifender 17:2-Lauf der Gastgeber, der die Wende im Spiel und die Turnhölle zum Kochen brachte: Erst eine 8:0-Sequenz mit sechs Zählern von Gaddy und einem Sprungwurf durch Kreso Loncar zum 46:46. Dann der Korbleger von David Brembly nach Offensiv-Rebound zum 46:48 nach 30 gespielten Minuten. Und schließlich die Gala von Würzburgs Kapitän: Loncar erzielte die ersten neun Punkte des Schlussabschnitts und brachte sein Team damit auf die Siegerstraße. Der 34-Jährige traf neun seiner zehn Würfe aus dem Feld, darunter zwei Dreier bei drei Versuchen.

„Ich kenne nicht viele 34 Jahre alte Spieler, die sich bei Knieproblemen eine Spritze geben lassen und sich dann wieder in den Dienst der Mannschaft stellen. Die Rückkehr von Kreso war eine Initialzündung für die anderen Spieler. Das ist einfach vorbildlich“, sagte Bauermann. Beim Stand von 55:48 hielten die Eisbären noch einmal mit vier Zählern von Center Geoffrey Groselle dagegen (55:52, 34. Minute). Zwei Spielminuten später waren es dann erneut Loncar und Gaddy, die mit zwei Dreiern in Folge von 59:55 auf 65:55 erhöhten und den saisonübergreifend siebten Sieg in Serie von s.Oliver Würzburg in trockene Tücher brachten.


s.Oliver Würzburg – Eisbären Bremerhaven 74:64 (15:17, 15:20, 16:11, 28:16)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Kresimir Loncar 20 Punkte/2 Dreier, (9 von 10 aus dem Feld), Abdul Gaddy 13/1, Osvaldas Olisevicius 10/2, DJ Richardson 8/2 (7 Rebounds), Maurice Stuckey 6/2, Robin Benzing 6/1, Cliff Hammonds 6 (6 Assists), Vytenis Lipkevicius 5/1, Leon Kratzer, Felix Hoffmann, Andrej Mangold.

Top-Performer Bremerhaven:
Brembly 15/3 (9 Rebounds), Berhanemeskel 13/1, Breitlauch 7/1, Elliott 7/1.


Key Stats:
Ballverluste: Würzburg 5 – Bremerhaven 14
Würfe aus dem Feld: Würzburg 71 – Bremerhaven 56
Punkte am Brett: Würzburg 30 – Bremerhaven 22
Fastbreak-Punkte: Würzburg 9 – Bremerhaven 4

 

Stimmen zum Spiel:


Dirk Bauermann, Headcoach s.Oliver Würzburg
„Unser Fazit fällt natürlich extrem positiv aus. Es gibt gute Gründe dafür, dass Bremerhaven in Berlin gewonnen hat. Sebastian Machowski ist einer der besten Trainer in der Liga, seine Mannschaften spielen immer kontrolliert, klug und in der Verteidigung intensiv. Daher wussten wir, dass es heute schwer werden würde. Wir müssen darüber nachdenken, warum es uns nicht gelungen ist, ins Spiel zu kommen. Es lag vielleicht an der zu positiven Stimmung und der Erwartungshaltung nach den ersten beiden Siegen. Bremerhaven ist eine starker Gegner, und wir sind keine Überflieger, sondern müssen uns jeden einzelnen Sieg hart erarbeiten und verdienen. Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr schwer getan, aber wir sind in der Kabine ruhig geblieben. Die Jungs wissen, dass wir Qualität haben und es schaffen können, nach einem Rückstand zurückzukommen. Kreso war natürlich großartig. Ich kenne wenige 34 Jahre alte Spieler, die Knieprobleme haben, sich eine Spritze geben lassen und dann wieder bereit sind, alles für die Mannschaft zu geben. Das war eine Initialzündung für den Rest der Jungs. 20 Punkte in 19 Minuten sind unglaublich, das war einfach vorbildlich heute.“

Sebastian Machowski, Headcoach Eisbären Bremerhaven
„Glückwunsch an Würzburg zum verdienten Sieg. Aufgrund der sehr starken zweiten Halbzeit, nicht nur wegen der Leistung von Loncar, geht der Sieg so natürlich in Ordnung. Wir hatten nach der Pause nicht mehr genug entgegen zu setzen. Wir haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt, in der wir das Tempo kontrolliert und defensiv einiges richtig gemacht haben. Aber man hat natürlich gesehen, welchen Unterschied Loncar ausgemacht hat, der ja in der ersten Halbzeit früh ausgeschieden ist. Wir versuchen trotz der Niederlage einige positive Dinge aus dem Spiel mitzunehmen. Wir haben uns zum Beispiel im Reboundverhalten verbessert gezeigt.“

 

 

10.10.2017

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