DER PLAYOFF-TRAUM LEBT WEITER

s.Oliver Würzburg hat die Playoff-Qualifikation weiter in der eigenen Hand: Durch einen 80:75-Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn haben die Schützlinge von Headcoach Denis Wucherer vor dem 34. und letzten Spieltag der easyCredit BBL-Hauptrunde Rang sieben der Tabelle erobert. Skyler Bowlin traf in einer hart umkämpften Partie 9,1 Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Dreier zum Endstand. Im Falle eines Sieges am Sonntag (Sprungball 18:00 Uhr, live auf magentasport.de) bei Brose Bamberg wäre das Viertelfinale sicher, bei einer Niederlage im Auswärts-Frankenderby müsste s.Oliver Würzburg auf einen Ausrutscher der Basketball Löwen Braunschweig in ihrem Heimspiel gegen medi bayreuth hoffen.

Passend zur Fanfreundschaft zwischen Bonn und Würzburg endete der direkte Vergleich in dieser Saison mit einem Unentschieden: Die Rheinländer hatten das Hinspiel mit 91:86 gewonnen, s.Oliver Würzburg setzte sich in der restlos ausverkauften s.Oliver Arena mit demselben Vorsprung durch und liegt nach dem 33. Spieltag wegen des um zehn Punkte besseren Korbverhältnisses in der Tabelle vor Bonn. Während die Telekom Baskets trotz der Niederlage die Playoff-Qualifikation bereits in der Tasche haben, kommt es um den letzten Platz im Viertelfinale am Sonntag zum Fernduell zwischen s.Oliver Würzburg und den Basketball Löwen Braunschweig - die Niedersachsen haben allerdings mit einem Heimspiel gegen medi bayreuth zumindest auf dem Papier die deutlich leichtere Aufgabe vor der Brust. Die MHP RIESEN Ludwigsburg haben am Samstag durch eine Niederlage in Göttingen ihre letzte Playoffchance ebenso verspielt wie die FRAPORT SKYLINERS, die sich in Braunschweig geschlagen geben mussten. Sicher in den Playoffs ist s.Oliver Würzburg nur bei einem Sieg in Bamberg oder im Falle einer Löwen-Heimniederlage gegen Bayreuth. Bei einem noch möglichen Dreier- oder Vierervergleich nach dem 34. Spieltag beenden die Wucherer-Schützlinge die Saison auf dem 9. Tabellenplatz.

Den Heimsieg gegen die Telekom Baskets Bonn verdienten sich die Spieler von s.Oliver Würzburg mit einer erneuten Energieleistung im dritten Spiel innerhalb von sechs Tagen: Zwar starteten die Gäste aus dem Rheinland deutlich besser in die Partie und gingen durch Josh Mayo schnell mit 0:5 in Führung, danach kamen die Hausherren in einer flotten und intensiven Partie an beiden Enden des Spielfelds aber schnell auf Betriebstemperatur. Ein 7:0-Lauf drehte den Spielstand zum ersten Mal - Skyler Bowlin traf seinen ersten von vier Dreiern zum 7:6 in der 4. Minute. 120 Sekunden später lagen die Bonner wieder knapp vorne (10:11), aber dann bekamen die Gastgeber immer besseren Zugriff in der Verteidigung, erzwangen einige Ballverluste und setzten sich durch einen 11:0-Zwischenspurt zum ersten Mal zweistellig ab - drei Dreier in Serie durch Devin Oliver und zweimal Florian Koch stellten den Spielstand in der 8. Minute auf 21:11.

Das war der fünfte und gleichzeitig bereits letzte Führungswechsel der Partie. Zwar kamen die Bonner immer wieder zurück in Schlagdistanz, zu ihren Gunsten drehen konnten sie das Ergebnis im weiteren Spielverlauf aber nicht mehr. Bis zum Seitenwechsel bewegte sich der Würzburger Vorsprung immer im Bereich von drei bis acht Punkten, beim Stand von 41:35 ging es in die Kabinen. Auch in die zweite Halbzeit starteten die Gastgeber besser: Mike Morrison und Devin Oliver erzielten die ersten sechs Punkte des dritten Viertels (47:35, 22. Minute).

Zweistellig blieb die Führung auch im weiteren Spielverlauf für längere Zeit, auch wenn die Gäste durch zwei Dreier vor der letzten Viertelpause auf 63:55 verkürzen konnten. Die ersten acht Punkte des Schlussabschnitts gingen dann aber wieder auf das Konto der Hausherren - Julian Albus und Florian Koch jeweils per Dreier und Mike Morrison mit einem Korbleger warfen die höchste Würzburger Führung des Spiel heraus (71:55, 32. Minute).

Die Bonner steckten aber auch bei minus 16 nicht auf und konnten dann in der „Crunchtime“ die nachlassenden Kräfte der Gastgeber zu einer Aufholjagd nutzen: Charles Jackson schnappte sich in der 39. Minute einen Offensivrebound, verkürzte auf 77:75 und vollendete damit einen siebenminütigen 20:6-Lauf der Telekom Baskets. Danach fanden die Spieler von s.Oliver Würzburg aber noch einmal die nötigen Körner, um die Bonner Aufholjagd gerade noch rechtzeitig zu stoppen: Xavier Cooks gelang unter dem eigenen Korb ein Ballgewinn gegen Nate Linhart, und vorne kam der Ball nach einem geblockten Wurf von Devin Oliver trotzdem noch zu Skyler Bowlin, der mit ablaufender Schussuhr 9,1 Sekunden vor Spielende den Dreier zum Endstand versenkte und damit die 3.140 Zuschauer in der ausverkauften Turnhölle in Ekstase versetzte.

 

S.OLIVER WÜRZBURG - TELEKOM BASKETS BONN 80:75 (23:20, 18:15, 22:20, 17:20)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Devin Oliver 16 Punkte/2 Dreier (11 Rebounds), Mike Morrison 14 (6 Rebounds), Florian Koch 13/3, Xavier Cooks 13 (7 Rebounds/4 Assists), Skyler Bowlin 12/3 (8 Assists/4 Steals), Cameron Wells 6, Brad Lösing 3/1, Julian Albus 3/1, Felix Hoffmann.

Top-Performer Bonn:
Josh Mayo 14/4, Martin Breunig 12 (7 Rebounds), Anthony DiLeo 11/1 (6 Assists), Stefan Bircevic 10/2.


Key Stats:
Fastbreak-Punkte: Würzburg 12 - Bonn 5
Ballverluste: Würzburg 13 - Bonn 17
Ballgewinne: Würzburg 9 - Bonn 6

 


STIMMEN ZUM SPIEL

Florian Koch, s.Oliver Würzburg:
„Es war ein ganz wichtiger Sieg, weil wir dadurch weiterhin ganz gute Chancen auf die Playoffs haben. Für mich als Bonner war das heute ein sehr emotionales Ding. Während des Spiels fühlt man nicht so viel, aber vorher und nach dem Spiel war da für mich schon viel Gänsehaut dabei. Ich freue mich sehr über den Sieg, aber wir haben noch ein Spiel in Bamberg vor uns. Danach schauen wir dann mal, wie es in der Tabelle für uns aussieht.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Ich bin sehr stolz auf meine Jungs, die heute noch einmal alles gegeben haben. Die Spieler, die wir noch zur Verfügung haben, funktionieren als Team. Mit unseren tollen Fans im Rücken haben sie heute noch einmal ein großartiges Spiel gemacht. Es ist natürlich ein kleiner Wermutstropfen dabei, denn wir haben zu Beginn des vierten Viertels mit 16 Punkten geführt und dann Konzentrationsfehler gemacht, wegen denen wir am Ende nur mit fünf Punkten Unterschied gewonnen haben. Das ist natürlich etwas ärgerlich, ich kann den Jungs aber nicht böse sein und keinen Vorwurf machen. Solche Fehler passieren, wenn man so müde ist wie wir und einfach nicht mehr kann. Mit dem Spiel und mit dem Ergebnis bin ich deshalb sehr zufrieden.“

Chris O‘Shea, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Gratulation an Würzburg zum Sieg und zu einer starken Saison. Wie erwartet war es ein sehr intensives Spiel und eine sehr laute Stimmung in der Halle. Wir hatten einen guten Start, aber dann hat Würzburg uns zu vielen Ballverlusten gezwungen. Sie haben mit viel Energie gespielt, das konnten wir nicht matchen. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Mannschaft im vierten Viertel das Spiel noch einmal eng gemacht und fast gedreht hat. Es hat leider nicht geklappt, weil Skyler Bowlin den ‚big shot‘ am Ende getroffen hat. Es ist ein komisches Gefühl, ein Spiel zu verlieren und trotzdem die Playoff-Qualifikation zu schaffen. Aber ich bin auch sehr stolz darauf, dieses große Ziel erreicht zu haben. Jetzt wollen wir am Sonntag gegen Bayern München zuhause noch einmal ein gutes Spiel abliefern.“ 

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10. Mai 2019 - BBL-Heimspiel gegen Bonn
Foto: Viktor Meshko