FINALE!

Der Traum vom europäischen Titel lebt weiter: s.Oliver Würzburg hat am Mittwoch vor 2.313 Zuschauern in der s.Oliver Arena auch das Rückspiel im FIBA Europe Cup-Halbfinale gegen den zehnfachen italienischen Meister Pallacanestro Varese mit 89:86 (42:36) gewonnen. Nach dem deutlichen 89:66-Erfolg im Hinspiel in der Lombardei setzten sich Headcoach Denis Wucherer und seine Schützlinge im Gesamtergebnis beider Partien mit 26 Punkten Differenz gegen Varese durch. In den beiden Endspielen trifft s.Oliver Würzburg in den kommenden beiden Wochen auf Dinamo Sassari: Der zweite italienische Halbfinalist setzte sich deutlich gegen UNET Holon aus Israel durch.

(Foto: Gerd Ulherr)

Das Hinspiel findet bereits am kommenden Mittwochabend auf Sardinien statt, alle Fans sind zum „Public Viewing“ bei der Firma va-Q-tec im Gewerbegebiet Dürrbachau eingeladen. Das Rückspiel mit der Titelvergabe wird am Abend des 1. Mai in der Würzburger Turnhölle ausgetragen. Der Ticketvorverkauf für das Heimspiel startet bereits am morgigen Donnerstag, 18. April um 16 Uhr im Online-Shop. Dauerkarten-Abonnenten von s.Oliver Würzburg haben bis Ostermontag um Mitternacht Zeit, sich ihre gewohnten Plätze zu sichern.

„Wir haben gleich im ersten Viertel gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind und ins Finale wollen“, sagte Denis Wucherer nach der Partie: „Wir sind zufrieden mit der Art und Weise, wie die Mannschaft im ersten und im dritten Viertel gespielt hat, Das hat heute ausgereicht, um die Grundlage für den Sieg zu legen.“ Mit 23 Punkten Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken setzten die Hausherren Varese von Beginn an mit aggressiver Verteidigung unter Druck und trafen ihre Dreier hochprozentig: Im ersten Viertel waren fünf Würfe von „Downtown“ erfolgreich, darunter zwei in Folge von Devin Oliver in der 3. Minute, mit denen der US-Amerikaner einen 10:0-Lauf zum Zwischenstand von 14:4 einleitete.

Die Gäste versuchten sich auch immer wieder von jenseits der 6,75-Meter-Linie, brachten in der ersten Halbzeit aber nur einen von 14 Versuchen im Würzburger Korb unter - durch Kapitän Giancarlo Ferrero zum 14:7 in der 5. Minute. Auch im Anschluss spielten die Wucherer-Schützlinge wie aus einem Guss, ließen hinten fast nichts zu und bauten ihren Vorsprung bis zum Ende des ersten Viertels auf 30:11 aus - in der Gesatmrechnung eine beruhigende Führung mit 42 Zählern. Zu Beginn des zweiten Viertels änderte sich daran zunächst nichts (36:17, 13. Minute), dann kamen die Gäste aus Norditalien besser ins Spiel und konnten bis zur Pause leicht auf 46:32 verkürzen.

Europäisches Endspiel als Neuland

Nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber im Gefühl des hohen Vorsprungs in der Defensive die Zügel in einigen Phasen etwas lockerer, hatten aber im  Angriff auf jede Aktion und jeden kleinen Lauf von Pallacanestro Varese eine passende Antwort. Nach dem knapp mit 29:27 gewonnenen dritten Abschnitt lag die Würzburger Führung immer noch bei 16 Zählern (75:59) und in der Addition beider Ergebnisse bei 39 Punkten - damit war das Halbfinale vor den letzten zehn Minuten entschieden. „Wir konnten dadurch einigen Spielern Pausen gönnen und mit einer längeren Rotation spielen“, so Wucherer: „Am Ende haben wir das Spiel gegen eine Mannschaft, die alles gegeben hat und gegen einen Coach, der alles versucht hat, knapp gewonnen. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass es mit dem Finaleinzug nicht klappen könnte.“

Varese steckte nie auf, erhöhte die Intensität in der Verteidigung und kämpfte sich vor allem dank eines starken Auftritts von Thomas Scrubb (29 Punkte) zurück in die Partie. In der 37. Minute traf Ronald Moore einen Dreier zum 82:83, bevor Jordan Hulls mit vier Freiwürfen bei fünf Versuchen den Spielstand ein letztes Mal drehen und s.Oliver Würzburg den knappen Sieg unter Dach und Fach bringen konnte.

„Wir sind glücklich darüber, dass wir jetzt im Finale stehen“, so Denis Wucherer: „Für mich als Coach, für die meisten Spieler und auch unsere Organisation ist ein europäisches Endspiel ziemliches Neuland. Wir werden alles dafür tun, um den Verein bestmöglich zu repräsentieren und den FIBA Europe Cup zu gewinnen. Sassari hat eine gute Mannschaft mit viel Qualität und ist extrem tief besetzt. Das wird eine echte Mammutaufgabe.“ 
 

s.Oliver Würzburg - Pallacanestro Varese 89:86 (30:11, 16:21, 29:27, 14:27) 

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cameron Wells 13 Punkte/3 Dreier (3 Steals), Jordan Hulls 13/1 (5 Assists), Gabriel Olaseni 12 (7 Rebounds), Florian Koch 11/2, Devin Oliver 11/2 (7 Rebounds), Julian Albus 9/3, Skyler Bowlin 5, Joshua Obiesie 4, Mike Morrison, Philipp Hadenfeldt.

Top-Performer Varese:
Thomas Scrubb 29, Dominique Archie 13/3, Tyler Cain 11 (9 Rebounds), Ronald Moore 11/3.

Key Stats:
Dreierquote:
Würzburg 45,8 Prozent (11 von 24) - Varese 28,6 Prozent (8 von 28)
Rebounds: Würzburg 38 (10 offensiv) - Varese 25 (6 offensiv) 
Punkte von der Bank: Würzburg 37 - Varese 14
 

Stimmen zum Spiel 

Florian Koch, s.Oliver Würzburg:
„Wir haben es heute geschafft, Varese schon früh den Zahn zu ziehen. Aber Hut ab an sie - im vierten Viertel sind sie noch einmal stark zurück gekommen und haben ein enges Spiel draus gemacht. Das war natürlich auch unsere Schuld, weil wir nachgelassen haben. Aber wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir zwei Minuten vor Schluss mit zwei Punkten vorne liegen, dann hätte ich das gerne genommen. Wir hätten das Spiel höher gewinnen können, aber das ist im Endeffekt völlig egal: Wir sind im Finale, haben wieder zwei Spiele und können uns das Ding holen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Mission erfüllt. Wir sind glücklich darüber, dass wir es ins Finale geschafft haben. Wir sind auch zufrieden damit, wie wir im ersten und im dritten Viertel gespielt haben. Das hat heute ausgereicht, um die Grundlage für den Sieg zu legen und mit unserem Vorsprung aus dem Hinspiel einigen Spieler Pausen zu gönnen und mit einer längeren Rotation zu spielen. Am Ende haben wir das Spiel gegen eine Mannschaft, die alles gegeben hat und gegen einen Coach, der alles versucht hat, knapp gewonnen. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass es heute mit dem Finaleinzug nicht klappen könnte. Für mich als Coach, für die meisten Spieler und auch unsere Organisation ist ein europäisches Finale ziemliches Neuland. Wenn das Halbfinale die Generalprobe war, dann freue ich mich jetzt auf die Premiere, wenn es gegen Sassari ernst wird. Wir werden alles dafür tun, um den Verein bestmöglich zu repräsentieren und den FIBA Europe Cup zu gewinnen. Sassari hat eine gute Mannschaft mit viel Qualität und ist extrem tief besetzt. Das wird eine echte Mammutaufgabe. Es wird davon abhängen, wie wir uns dort im Hinspiel schlagen und ob wir dann im Rückspiel mit einem fantastischen Publikum im Rücken eine Chance haben, die Schüssel hier in Würzburg zu behalten. Wir haben in den Playoffs jetzt schon viel Qualität aus dem Weg geräumt, und jetzt wartet noch ein echter Brocken. Die Mannschaft ist bereit und freut sich darauf. Und ich gehe davon aus, dass unsere Fans im Rückspiel auch bereit sein werden und die Halle richtig voll wird.“ 

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