72:80-Niederlage im Eisbären-Käfig

s.Oliver Würzburg kehrt mit leeren Händen von der Nordseeküste zurück – Dirk Bauermann: „Desaströses zweites Viertel hat uns das Spiel gekostet“

(Foto: Hartmut Adelmann)

Rückschlag im Kampf um die Playoff-Plätze: Ohne die beiden etatmäßigen Center Kresimir Loncar und Leon Kratzer musste sich s.Oliver Würzburg am 20. Spieltag der easyCredit BBL bei den Eisbären Bremerhaven mit 72:80 (29:42) geschlagen geben. Hauptgrund für die Niederlage war das zweite Viertel, in dem sich die Gastgeber zweistellig absetzen konnten. Würzburger Top-Scorer der Partie war Robin Benzing mit 21 Punkten. Für die Eisbären traf Johnny Berhanemeskel mit 20 Zählern am besten.

Headcoach Dirk Bauermann musste in Bremerhaven auf Kresimir Loncar und Leon Kratzer verzichten – der Würzburger Kapitän konnte die längste Auswärtsfahrt der Saison wegen einer Erkrankung gar nicht erst antreten, Kratzer fehlt bereits seit drei Wochen wegen einer Knöchelverletzung. Die Unterfranken starteten trotzdem mit breiter Brust in die Partie: Zwar lagen zu Beginn die Eisbären mit 6:2 vorne, aber dann leitete Maurice Stuckey mit einem erfolgreichen Dreier mit Brett einen 12:0-Lauf der Gäste ein, der Eisbären-Bändiger Arne Woltmann beim Stand von 6:14 in der sechsten Minute zu seiner ersten Auszeit veranlasste.

Im Anschluss lief es besser für die Gastgeber, die ihre Anfangs-Nervosität ablegen und sich innerhalb von drei Minuten auf 15:16 herankämpfen konnten. Die Würzburger hielten dagegen und gingen mit einem Drei-Punkte-Vorsprung in die erste Viertelpause (17:20). Auch in den ersten Minuten von Abschnitt zwei hielten die Unterfranken in der Verteidigung gut dagegen, ließen sich aber im Angriff von den Eisbären über weite Strecken aus dem Konzept bringen.

Mit Ausnahme von vier Freiwürfen und einem erfolgreichen Dreier, allesamt durch Vytenis Lipkevicius, landete zwischen der 11. und der 19. Minute kein Wurf im Bremerhavener Korb, während die Gastgeber mit immer mehr Selbstvertrauen spielten und in dieser Phase 25 Zähler markierten. Dirk Bauermann sprach anschließend von einem „desaströsen zweiten Viertel, das uns im Endeffekt das Spiel gekostet hat“.

In der 14. Minute holten sich die Eisbären durch einen Korbleger ihres Kapitäns Dominique Johnson die Führung zurück (23:22) und bauten ihren Vorsprung im Anschluss auf 15 Punkte aus, ehe Dejan Kovacevic den Halbzeitstand von 42:29 herstellte. „Außer in den ersten fünf Minuten des Spiels haben wir nie das gemacht, was wir wollten. Die Eisbären durften sich wohl fühlen in ihrer Halle und haben mit ihren Fans im Rücken absolut verdient gewonnen“, sagte Robin Benzing.

Nach der Pause lief es in der Offensive wieder besser bei den Gästen, allerdings hatte in den ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit Johnny Berhanemeskel auf jede erfolgreiche Würzburger Angriffsaktion eine passende Antwort parat. Der 25-jährige Kanadier erzielte zehn Punkte in Folge und verhinderte damit zunächst im Alleingang jegliche Art von Aufholjagd. Auch in der zweiten Hälfte des dritten Viertels konnten die Unterfranken den Rückstand nicht verkleinern – beim Spielstand von 63:50 ging es in die letzten zehn Spielminuten.

Auch im Schlussviertel konnten die Eisbären ihren zweistelligen Vorsprung zunächst verteidigen – erst durch zwei Dreier von Cliff Hammonds und Robin Benzing gelang es den Unterfranken, die Hausherren vier Minuten vor dem Ende noch einmal kurz unter Druck zu setzen. Insgesamt waren die Trefferquoten der Gäste von der Freiwurflinie (70 Prozent) und aus dem Dreierbereich (23 Prozent) an diesem Abend aber zu schwach, um das Spiel noch einmal zu drehen. Kleiner als sechs Zähler (78:72, 40. Minute) wurde der Abstand nicht mehr, und 33 Sekunden vor der Schlusssirene traf Eisbären-Spielmacher Jordan Hulls zwei Freiwürfe zum Endstand von 80:72.

Eisbären Bremerhaven – s.Oliver Würzburg 80:72 (17:20, 25:9, 21:21, 17:22)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Robin Benzing 21 Punkte/1 Dreier, Owen Klassen 14 (8 Reb.), Vytenis Lipkevicius 13/1, Dejan Kovacevic 7/1, Maurice Stuckey 5/1, Clifford Hammonds 5/1, Abdul Gaddy 4 (5 Ass.), E.J. Singler 3, Vaughn Duggins, Felix Hoffmann.

Top-Performer Bremerhaven:
Berhanemeskel 20/2 (3 Steals), Hulls 11/1, Kessens 10, Groselle 8 (12 Rebounds)


Key Stats:
Rebounds: Würzburg 32 (8 offensiv) – Bremerhaven 43 (13 offensiv)
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 9 – Bremerhaven 17

Stimmen zum Spiel:


Robin Benzing, s.Oliver Würzburg
„Wir haben 80 Punkte zugelassen – das ist zu viel, um gegen Bremerhaven auswärts zu gewinnen. Außer in den ersten fünf Minuten des Spiels haben wir nie das gemacht, was wir wollten. Wir hatten nicht genug Energie und waren nicht bereit. Die Eisbären durften sich heute wohl fühlen in ihrer Halle und haben mit ihren Fans im Rücken absolut verdient gewonnen. Wir hatten gute Würfe, haben aber nicht mit genug Selbstvertrauen im Angriff gespielt. Natürlich hat uns Kreso heute gefehlt, aber das wäre eine schlechte Ausrede. Wir haben genug gute Spieler und müssen einfach besser spielen und besser arbeiten.“

Dirk Bauermann, Headcoach s.Oliver Würzburg
„Glückwunsch an Arne Woltmann und seine Mannschaft zum am Ende verdienten Sieg. Wir haben drei Viertel lang sehr ordentlich gespielt. Im Endeffekt hat uns das desaströse zweite Viertel das Spiel gekostet. Es war eine sehr gute Leistung der Bremerhavener. Dass Kreso Loncar und Leon Kratzer uns gefehlt haben war sicher ein Grund für das phasenweise schwache Reboundverhalten und die mangelnde Präsenz unter dem Korb. Wir wissen, wie schwer jedes Spiel in dieser Liga ist, haben es aber bis auf das zweite Viertel sehr ordentlich gemacht.“

Arne Woltmann, Headcoach Eisbären Bremerhaven
„Nach der Niederlage in Ludwigsburg war bei uns viel Dampf auf dem Kessel. Es war wichtig, dass wir mit der richtigen Einstellung rauskommen. Im ersten Viertel waren wir noch sehr nervös. Im zweiten Viertel haben wir es dann Würzburg sehr schwer gemacht zu scoren, es war vielleicht unser bestes Viertel der Saison. Auch das dritte Viertel haben wir gut rum bekommen, obwohl wir in einer Phase drei Ballverluste hintereinander hatten. Das letzte Viertel war für unsere Verhältnisse relativ souverän. Wir müssen uns aber noch cleverer anstellen und keine unnötigen Fouls begehen.“

 

 

02.02.2018

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