Auf Tuchfühlung mit den Playoff-Plätzen

Erneut eine geschlossene Mannschaftsleistung beim achten Heimsieg der Saison: s.Oliver Würzburg schlägt die Rockets aus Erfurt mit 79:69 (34:31)

(Foto: Viktor Meshko)

s.Oliver Würzburg geht auf Tabellenplatz neun in die zweite Länderspielpause der Saison: Nach einem 79:69-Heimerfolg gegen die Rockets haben die Unterfranken nach Siegen mit ratiopharm ulm und den FRAPORT SKYLINERS gleichgezogen. Grund für den am Ende klaren Sieg gegen den Aufsteiger aus Erfurt war erneut ein mannschaftlich geschlossener Auftritt – fünf Würzburger Spieler punkteten zweistellig.

Getreu dem bekannten Motto „never change an winning team“ startete Headcoach Dirk Bauermann eine Woche nach dem souveränen Heimsieg gegen die BG Göttingen erneut mit Cliff Hammonds, Maurice Stuckey, Felix Hoffmann, Robin Benzing und Kapitän Kresimir Loncar in die Partie. Die Hausherren zeigten auch von Anfang an, dass sie das Ergebnis des Hinspiels nicht vergessen hatten und auf Wiedergutmachung aus waren. Bereits nach 20 Sekunden versenkte der spätere Top-Scorer Cliff Hammonds den ersten schön herausgespielten Dreier zur frühen Führung.

Danach wechselten sich im Würzburger Angriff immer wieder überhastete mit erfolgreichen Aktionen ab, dafür ließen die Gastgeber aber hinten erst einmal nichts anbrennen und zogen in den ersten fünf Minuten auf 9:2 davon. Von diesem Zeitpunkt an kamen die Gäste aus Thüringen besser ins Spiel, konnten den Abstand aber zunächst nicht reduzieren. Im Gegenteil: E.J. Singler per Dreier und Robin Benzing von der Freiwurflinie stellten den Spielstand auf 19:10 nach dem ersten Viertel.

Ein Korbleger von Owen Klassen brachte gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts den ersten zweistelligen Vorsprung für die Gastgeber. Nach einem Stuckey-Dreier hatte die höchste Würzburger Führung des Spiels auch beim 24:13 in der 13. Minute noch Bestand, danach schafften es die Rockets mit mehr Aggressivität in der Verteidigung, die Gastgeber immer wieder zu Fehlern und schlechten Abschlüssen zu zwingen. In dieser Phase hielt vor allem Kresimir Loncar dagegen – durch sieben Punkte in Folge ihres Kapitäns lagen die Gastgeber in der 17. Minute noch mit 31:22 vorne. Ein Korbleger mit Bonusfreiwurf durch Sava Lesic – er war am Ende mit 22 Punkten bester Werfer der Partie – sowie ein Dreier von Andreas Obst und ein Freiwurf von Ferdinand Zylka brachten die Rockets aber noch vor der Pause auf 31:29 heran.

Bauermann: „Die Jungs haben in den wichtigen Phasen Qualität gezeigt“


Mit einer knappen 34:31-Führung für s.Oliver Würzburg ging es in die Pause – unter anderem deshalb, weil der Kapitän der Nationalmannschaft vor der Pause im Angriff glücklos spielte und nur auf zwei Punkte von der Freiwurflinie kam. „Wir wussten, dass Robin offensiv nicht noch einmal so eine Halbzeit spielen würde. Deshalb haben wir ihm gesagt, dass er aggressiv bleiben soll“, sagte Dirk Bauermann nach der Partie. Und Benzing lieferte: Nachdem zunächst Sava Lesic per Dreier und Korbleger die erste Rockets-Führung erzielt hatte (37:38, 23. Minute), fand der Topscorer der Liga seinen Rhythmus, traf drei Würfe in Folge und drehte damit den Spielstand zum letzten Mal (43:40, 25. Minute).

Cliff Hammonds und Kresimir Loncar legten nach – beide erst per Korbleger, dann jeweils mit einem Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie zum Zwischenstand von 57:48 (30. Minute). Durch zwei Freiwürfe von Johannes Richter und einen Buzzer-Dreier durch Daniel Schmidt waren die Rockets am Ende des dritten Viertels aber wieder auf 57:53 dran. Mit der ersten Aktion des Schlussabschnitts war es wieder Richter, der sogar auf 57:55 verkürzen konnte. Beendet wurde die Rockets-Aufholjagd durch vier Punkte von Robin Benzing und den fünften erfolgreichen Dreier von Cliff Hammonds zum Spielstand von 64:57 in der 33. Minute.

Maurice Stuckey und Vytenis Lipkevicius brachten den Vorsprung wieder in den zweistelligen Bereich (72:61, 38. Minute) und sorgten dadurch für die vorzeitige Entscheidung. Zwar gaben die Rockets nie auf und kämpften sich eine gute Minute vor dem Ende sogar noch einmal auf 73:69 heran, danach ließen der Hausherren aber nichts mehr zu, erzwangen zwei Ballverluste und brachten den achten Heimsieg in den letzten 48 Sekunden an der Freiwurflinie über die Zeit. „Die Jungs haben in den wichtigen Phasen Qualität gezeigt. Es war wieder ein Sieg der ganzen Mannschaft, 21 Assists sind eine herausragende Zahl. Wenn wir so spielen ist es für jeden schwer, uns zu schlagen“, so Bauermann.

Nach dem 22. Spieltag der easyCredit BBL hat s.Oliver Würzburg zwölf Siege auf dem Konto und damit mit den Teams auf den Playoff-Plätzen sieben (Ulm) und acht (Frankfurt) gleichgezogen, die beide eine Partie weniger bestritten haben. Von den Rängen fünf (Bonn) und sechs (Oldenburg) trennt die Unterfranken aktuell nur noch ein Sieg. Bemerkenswerte Notiz am Rande: Titelverteidiger Brose Bamberg liegt mit einem Sieg weniger auf Rang zehn. Weiter geht es für s.Oliver Würzburg am 4. März um 15:00 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn FRAPORT SKYLINERS.

s.Oliver Würzburg – Rockets 79:69 (19:10, 15:21, 23:22, 22:16)


Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cliff Hammonds 17 Punkte/5 Dreier (5 Assists), Kresimir Loncar 16/3, Robin Benzing 16 (8 Rebounds), Maurice Stuckey 11/3, Vytenis Lipkevicius 10/2 (3 Steals), Owen Klassen 6, E.J. Singler 3/1, Abdul Gaddy (10 Assists), Felix Hoffmann, Vaughn Duggins.

Top-Performer Erfurt:
Lesic 22/1 (3 Steals), Richter 15/1, Obst 8/1, Obasohan 6 (6 Rebounds/6 Assists).


Key Stats:
Ballverluste: Würzburg 12 – Erfurt 17
Dreierquote: Würzburg 44 Prozent (14 von 32) – Erfurt 33 Prozent (7 von 21)
Assists: Würzburg 21 – Erfurt 17


Stimmen zum Spiel:

Dirk Bauermann, Headcoach s.Oliver Würzburg „Wir wussten, dass es ein sehr schweres Spiel werden würde, weil Ivan mit seiner Mannschaft einen sehr guten Job macht. Sie spielen einen guten Basketball. Wenn sie dann auch noch Dreier mit Brett verwandeln, dann weiß man als gegnerische Mannschaft, dass es ein schwieriger Abend werden kann. Die Jungs haben es wieder sehr gut gemacht, in den wichtigen Phasen des Spiels Qualität gezeigt und am Ende deutlich gewonnen. Für uns war wichtig, aus der Hektik der ersten fünf Minuten den Weg zurückzufinden in eine ruhigere und intelligentere Spielanlage. Wir wussten auch, dass Robin keine zweite Halbzeit offensiv so spielen würde wie vor der Pause. Deshalb haben wir ihn ermutigt, aggressiv zu bleiben. Insgesamt war es wieder ein Sieg der ganzen Mannschaft, 21 Assists sind eine herausragende Zahl. Wenn wir so spielen ist es für jeden schwer, uns zu schlagen.“ Ivan Pavic, Headcoach Rockets „Glückwunsch an Würzburg zu einem verdienten Heimerfolg. Wir sind vor allem offensiv ziemlich stotternd ins Spiel gekommen. Bis zur Halbzeit haben wir uns mit starker Verteidigung wieder herangekämpft. Letztlich hat uns im vierten Viertel dann etwas das Glück gefehlt. Würzburg hat es mit seiner sehr erfahrenen Mannschaft geschafft, das Spiel geduldig herunterzuspielen und offene Würfe herauszuspielen. Das konnten wir ihnen nicht wegnehmen, deswegen war es ein verdienter Erfolg.“

 

 

16.02.2018

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