FREUNDSCHAFTSDUELL GEHT KNAPP AN BONN

s.Oliver Würzburg unterliegt nach gutem Start bei den Telekom Baskets Bonn mit 86:91 (41:45) - Am Dienstag um 20 Uhr in der s.Oliver Arena gegen ZZ Leiden

--> HEIMSPIEL-TICKETS <-- (Foto: H. Becker)

Es war wieder einmal spannend bis in die letzten Sekunden: s.Oliver Würzburg musste sich im Freundschaftsduell bei den Telekom Baskets Bonn am Sonntag knapp mit 86:91 (41:45) geschlagen geben. „Außer der Dreierquote sehe ich heute keinen großen Unterschied“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach der Partie. Die Hausherren verwandelten vor 5.250 Zuschauern im Telekom Dome fast die Hälfte ihrer Würfe von „Downtown“, die Gäste nur ein Drittel. Top-Scorer der Partie waren Cameron Wells (22 Punkte) und Perry Ellis (21), auf Bonner Seite traf Ra‘Shad James (20) am häufigsten.

Zwei völlig unterschiedliche Viertel präsentierten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit: Das Start-Viertel dominierten die Gäste, die nach den ersten beiden Minuten mit 0:5 vorne lagen und sich danach auch von einem kleinen Zwischen-Hoch der Bonner nicht aus dem Konzept bringen ließen. Ein Dunk von Xavier Cooks aus dem Fastbreak heraus, ein Dreier von Jordan Hulls, ein Korbleger von Kresimir Loncar nach starker Ballbewegung und ein Buzzer-Beater-Sprungwurf des Ex-Bonners Florian Koch waren die Zutaten zu einem 9:0-Lauf, mit dem s.Oliver Würzburg den ersten Abschnitt beendete. 13:23 aus Sicht der Gastgeber lautete der Spielstand nach zehn Minuten.

Im zweiten Viertel lief es dann genau anders herum: Hatten die Rheinländer zuvor nur einen von sieben Dreier-Versuchen getroffen, landete danach bis zu Seitenwechsel gefühlt jeder ihrer Distanzwürfe im Würzburger Korb. Dabei waren es nicht die Bonner Starter, sondern die Jungs von der Bank, die in dieser Phase den Unterschied ausmachten: Youngster Julian Jasinski (2), Shane Gibson (2), Jarelle Reischel, TJ DiLeo und James Webb waren die Scharfschützen in Magenta, die das Spiel mit sieben Treffern bei neun Versuchen im zweiten Viertel drehen konnten. In der 15. Minute lag s.Oliver Würzburg nach einem Dreier von Perry Ellis noch mit 28:32 vorne, dann netzten Gibson und Jasinski zweimal in Folge ein und zwangen Denis Wucherer beim Stand von 34:32 zur Auszeit.

Danach sollte die Führung nur noch zweimal wechseln - zum letzten Mal durch einen weiteren Dreier von James Webb zum 41:38. Perry Ellis per Freiwurf und Johannes Richter mit einem Dunking hielten dagegen, aber Ra‘Shad James ließ noch fünf Punkte folgen, so dass die Gastgeber mit einer 45:41-Führung in die Kabine gehen konnten. Und zu Beginn des dritten Viertels machten sie im selben Stil weiter: Webb traf gleich den nächsten Drei-Punkte-Wurf, James ließ einen weiteren folgen - so konnten die Bonner ihren Vorsprung im dritten Abschnitt in den zweistelligen Bereich bringen (62:51, 28. Minute). Die Gäste ließen sich auch dadurch nicht entmutigen und blieben immer dran - drehen konnten sie den Spielstand im weiteren Verlauf des Spiels aber nicht mehr.

„Es war ein munteres Spiel, in dem die Dreierquote am Ende den Unterschied ausgemacht hat. Bonn hat mit Ra‘Shad James und Shane Gibson zwei Spieler, die aus Nichts viel machen können. Sie nehmen und treffen Würfe, die nur sehr schwer zu verteidigen sind“, sagte Denis Wucherer nach der Partie. Er meinte damit Situationen wie in der 35. Minute, als sich seine Mannschaft wieder auf 76:69 herangekämpft hatte, Ra‘Shad James mit seinem zweiten Dreier aber umgehend den zweistelligen Abstand wieder herstellte. Oder einen ansatzlosen Sprungwurf des Bonner Top-Scorers zum 82:73, nachdem Felix Hoffmann auf der anderen Seite einen Korbleger vergeben hatte.

Doch auch das genügte nicht, um s.Oliver Würzburg endgültig abzuschütteln: Cameron Wells und Perry Ellis hielten offensiv weiter dagegen - nach einem schön herausgespielten Ellis-Dreier waren die Gäste 22 Sekunden vor dem Ende wieder auf 87:84 dran. Mehr war dann aber nicht mehr drin - zum Einen, weil Josh Mayo nach taktischen Fouls alle vier Freiwürfe traf, zum Anderen, weil Jordan Hulls einen weiteren freien Dreier beim Zwischenstand von 89:84 nicht im Bonner Korb unterbringen konnte.

Wucherers Fazit nach der dritten Niederlage in Folge: „Uns fehlt zu oft noch die nötige Galligkeit, der unbedingte Siegeswille und die Bereitschaft dahin zu gehen, wo es auch mal weh tun kann. Die berühmten 50-50-Bälle landen gefühlt zu oft beim Gegner. Das muss ich meinen Jungs vorwerfen, das haben wir angesprochen, und das müssen wir ändern, wenn wir in der Zukunft Spiele gewinnen wollen.“ Die nächste Gelegenheit dazu gibt es bereits am Dienstag, wenn es um 20:00 Uhr in der s.Oliver Arena gegen ZZ Leiden um den Einzug in die zweite Gruppenphase des FIBA Europe Cup geht.

Telekom Baskets Bonn - s.Oliver Würzburg 91:86 (13:23, 32:18, 22:17, 24:28)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cameron Wells 22 Punkte/1 Dreier, Perry Ellis 21/1 (9 Rebounds), Xavier Cooks 14/1 (6 Rebounds), Johannes Richter 8, Kresimir Loncar 7/1, Florian Koch 4, Felix Hoffmann 3/1, Jordan Hulls 3/1 (5 Assists/3 Steals), Gabriel Olaseni 2, Brad Lösing 2 (8 Assists).

Top-Performer Bonn:
James 20/2, Jackson 11, Webb 11/2 (8 Rebounds), Gibson 10/2, Jasinski 9/3, Polas Bartolo 8/2.

 

Key Stats:
Trefferquote aus dem Feld: Würzburg 48 Prozent (31 von 64) - Bonn 54 Prozent (29 von 54)
Dreierquote: Würzburg 33 Prozent (7 von 21) - Bonn 46 Prozent (13 von 28)
Freiwurfquote: Würzburg 77 Prozent (17 von 22) - Bonn 87 Prozent (20 von 23) 

Stimmen zum Spiel


Johannes Richter, s.Oliver Würzburg:
„Wir waren nicht konsequent genug. Die 50-50-Bälle haben heute oft die Bonner bekommen. In so einem Spiel muss man tough agieren. Das haben wir zwar teilweise geschafft, zum Schluss aber auch wieder nicht. Dazu kommt, dass wir einige offene Dreier abgegeben haben, was die Bonner natürlich sofort bestraft haben. So kommt dann die Niederlage zustande.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Wir haben heute ein relatives munteres Spiel gesehen, in dem die bessere Dreierquote den Unterschied ausgemacht hat. Bonn hat im zweiten Viertel sieben von neun Dreiern getroffen, das hat uns weh getan. Wir haben sehr stark angefangen und sind trotzdem mit minus vier in die Halbzeit gegangen. Dazu kommt, dass Bonn mit Ra‘Shad James und Shane Gibson Spieler hat, die aus nichts eine Menge machen. Sie nehmen und treffen Würfe, die nur schwer zu verteidigen sind. Statistisch sehe ich außer der Dreierquote heute keinen großen Unterschied.“

Predrag Krunic, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Es ist ein sehr wichtiger Sieg für uns. Im ersten Viertel war nicht genug Emotion in unserem Spiel und in der Verteidigung, das muss besser sein. Das haben wir in der Halbzeitpause  angesprochen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einen anderen Basketball gezeigt, mit guter Verteidigung und guten Würfen. Würzburg spielt auch einen guten Basketball und ist offensiv immer gefährlich und stark. In den letzten drei Vierteln haben unsere Jungs eine gute und kämpferische Leistung gezeigt und deshalb verdient gewonnen.“

18.11.2018

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