MIT DEN EIGENEN WAFFEN GESCHLAGEN

s.Oliver Würzburg lässt in der zweiten Halbzeit zu viele Möglichkeiten liegen und unterliegt gegen die Basketball Löwen Braunschweig mit 71:78 (43:40) - Dreierquote und Freiwürfe machen den Unterschied

--> HEIMSPIEL-TICKETS <-- (Foto: V. Meshko)

Nach vier Siegen in Folge hat s.Oliver Würzburg am 7. Spieltag der easyCredit BBL wieder eine Niederlage einstecken müssen: Beim 71:78 in der s.Oliver Arena gegen die Basketball Löwen Braunschweig ließen die Gastgeber in der zweiten Halbzeit zu viele Chancen ungenutzt, um eine enge Partie für sich zu entscheiden. Die Niedersachsen sicherten sich den vorentscheidenden Vorsprung durch sieben erfolgreiche Dreier im dritten Viertel. Auffällligster Akteur der Begegnung war Braunschweigs Scott Eatherton mit 21 Punkten und 12 Rebounds. Auf Würzburger Seite trafen Johannes Richter (13 Punkte), Cameron Wells (12) und Jordan Hulls (11) zweistellig.

Nach dem klaren Heimsieg der Braunschweiger gegen Brose Bamberg am vergangenen Sonntag war klar, dass es ein schwieriges Heimspiel für s.Oliver Würzburg werden würde. Entsprechend konzentriert ging die aus Cameron Wells, Skyler Bowlin, Xavier Cooks, Perry Ellis und Gabriel Olasen bestehende Würzburger Startformation in die Partie: Anders als noch beim Heimspiel am Mittwoch gegen den rumänischen Meister CSM CSU Oradea waren die Gastgeber von der ersten Sekunde an hellwach und lagen nach Punkten von Cameron Wells und zwei Sprungwürfen von Skyler Bowlin in der 3. Minute mit 6:0 vorne.

Erste Gegenwehr der Gäste kam durch einen Dreier von DeAndre Landsdowne und einen Korbleger samt Bonusfreiwurf von Scott Eatherton zum schnellen Ausgleich. Damit waren die Gäste in der Partie angekommen und legten mit dem Selbstvertrauen des Heimsiegs gegen Bamberg beim Stand von 8:6 einen 12:0-Lauf auf das Parkett der s.Oliver Arena (8:18, 9. Minute).

Durch zwei Dreier von Kapitän Kresimir Loncar und Jordan Hulls konnten die Gastgeber noch vor Ende des ersten Viertels die erste Schadensbegrenzung betreiben - beim Spielstand von 14:21 ging es in die zweiten zehn Minuten. In der Anfangsphase des zweiten Viertels war es dann vor allem Johannes Richter, der die Hausherren durch gelungene Aktionen schnell wieder ins Spiel brachte.

Er eröffnete den zweiten Abschnitt mit einem Fastbreak-Dunk und erzielte in der 13. Minute mit einem „And One“ den 23:23-Ausgleich. Ähnlich eng blieb es dann auch bis zum Seitenwechsel, allerdings mit leichten Vorteilen für s.Oliver Würzburg, das deshalb zum ersten Mal in der laufenden easyCredit BBL-Saison mit einem (knappen) Vorsprung in die Kabine gehen konnte.

Der Spielstand von 43:40 hatte im dritten Viertel allerdings nicht lange Bestand: Die Braunschweiger hatten in der Halbzeitpause offenbar jede Menge Zielwasser getrunken und schlugen die Gastgeber jetzt mit ihren eigenen Waffen: Die ersten sechs Löwen-Dreier im dritten Viertel durch Brayon Blake (2), Joe Rahon (2) Shaquille Hines und Dennis Nawrocki saßen, brachten die Niedersachsen zwischenzeitlich wieder zweistellig in Führung (47:57) und nach dem dritten Viertel einen 57:63-Rückstand für s.Oliver Würzburg.

Im Schlussabschnitt mussten die Unterfranken also wieder einmal zur Aufholjagd blasen, die dieses Mal am Ende nicht von Erfolg gekrönt sein sollte. Zwar konnten sie mehrmals auf vier Zähler verkürzen - zum letzten Mal 51,1 Sekunden vor Schluss durch Perry Ellis zum 71:75. Und sie hatten in der Defensive auch immer wieder die nötigen Stopps und dadurch in der Schlussphase zahlreiche Möglichkeiten, den Spielstand enger zu gestalten.

„Defensiv waren wir gut um zu gewinnen. Mit 21 Prozent Dreierquote wird es aber schwierig, das Spiel in der Offensive für sich zu entscheiden“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach der Partie: „Im vierten Viertel hat Braunschweig die wichtigen Würfe getroffen und wir haben dumme Fehler gemacht.“

Zweimal schenkten seine Spieler den Ball bei vier Zählern Rückstand durch Schrittfehler her, in einigen anderen Situationen wollte der Ball beim Korbleger einfach nicht ins Netz. „Durch solche Aktionen verlierst du dann eben ein Spiel gegen einen guten Gegner wie Braunschweig“, so Wucherer. Den entscheidenden Jumper samt Bonus-Freiwurf traf schließlich 29,7 Sekunden vor Schluss Brayon Blake zum Endstand von 71:78 für Braunschweig.

Für s.Oliver Würzburg geht es am Mittwoch im FIBA Europe Cup weiter: Mit einem Sieg bei Sakarya BSB in der Türkei könnte sich die Wucherer-Truppe schon vorzeitig die Qualifikation für die zweite Gruppenphase sichern. Am kommenden Sonntag geht es in der easyCredit BBL dann zu den Telekom Baskets Bonn.

s.Oliver Würzburg - Basketball Löwen Braunschweig 71:78 (14:21, 29:19, 14:23, 14:15)


Für s.Oliver Würzburg spielten:
Johannes Richter 13 Punkte, Cameron Wells 12, Jordan Hulls 11/3 Dreier, Skyler Bowlin 8, Brad Lösing 7/1, Kresimir Loncar 7/1, Xavier Cooks 7/1, Perry Ellis 6, Florian Koch (6 Rebounds), Gabriel Olaseni (6 Rebounds).

Top-Performer Braunschweig:
Eatherton 21/1 (12 Rebounds), Blake 14/3, Lansdowne 12/1 (6 Assists), Rahon 9/3, Hines 9/2.


Key Stats:
Dreierquote: Würzburg 21 Prozent (6 von 28) - Braunschweig 36 Prozent (12 von 33)
Freiwürfe: Würzburg 9 von 11 (82 Prozent) - Braunschweig 16 von 18 (89 Prozent)
Ballverluste: Würzburg 16 - Braunschweig 11
Assists: Würzburg 15 - Braunschweig 23

Stimmen zum Spiel


Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:

„Defensiv haben wir heute gut genug gestanden, um dieses Spiel zuhause zu gewinnen. Mit 21 Prozent Dreierquote wurde es aber schwierig, die Partie in der Offensive für sich zu entscheiden. Im vierten Viertel hat Braunschweig mit dem Selbstvertrauen der letzten Woche die wichtigen Würfe getroffen. Wir haben dumme Fehler gemacht, ich erinnere mich an zwei Schrittfehler und offene Korbleger, die einfach nicht fallen wollten. Diese Aktionen machen dann in so einem Spiel einfach den Unterschied, und dann verlierst du eben gegen ein gutes Braunschweiger Team.“

Frank Menz, Headcoach Basketball Löwen Braunschweig:
„Der Sieg gegen Bamberg war für unser Selbstvertrauen sehr wichtig. Wir haben am Anfang der Saison teilweise hoch verloren, dadurch haben gerade unsere Rookies viel an Selbstvertrauen verloren. Heute haben wir alle daran geglaubt, dass wir eine gute Chance haben zu gewinnen. Wir wussten auch, dass wir die eine oder andere Durststrecke im Spiel überstehen können. Ganz wichtig ist für uns, dass unsere Verteidigung endlich greift. Wir haben heute defensiv eine sehr gute Leistung gezeigt. Wir sind froh über unsere zwei Siege und können jetzt zuhause unsere Serie fortsetzen.“

10.11.2018

Premium & exklusiv Sponsoren