LETZTES AUFGEBOT MIT GUTER MORAL

Headcoach Denis Wucherer sprach vor dem Spiel vom „letzten Aufgebot“, mit dem s.Oliver Würzburg am Sonntag ausgerechnet beim Vizemeister und EuroCup-Finalisten ALBA BERLIN antreten musste - neben Johannes Richter, Jordan Hulls und den beiden Youngstern Badu Buck und Joshua Obiesie fiel kurzfristig auch noch Gabriel Olaseni aus. Die fehlende Tiefe und Substanz machte sich bemerkbar: Zwar zeigten die Gäste aus Unterfranken erneut ihre gute Moral, einen deutlichen Start-Ziel-Sieg des Tabellendritten in eigener Halle konnten sie aber nicht verhindern. „Wir hatten uns ein knapperes Spiel ausgerechnet, haben aber im Angriff und in der Verteidigung unseren Rhythmus nicht gefunden“, sagte Florian Koch nach dem 69:108 (28:49) vor gut 8.800 Zuschauern in der Mercedes Benz Arena.

Denis Wucherer hatte im Hinblick auf die lange Verletztenliste und das anspruchsvolle Restprogramm mit vier Spielen innerhalb von acht Tagen angekündigt, dass auch die Spieler aus der zweiten Reihe viele Minuten sehen würden, und diese Ankündigung setzte der Würzburger Headcoach in Berlin auch in die Tat um: Keiner der verbliebenen zehn einsatzfähigen Spieler, darunter der 19-jährige Fynn Fischer und ProB-Kapitän Julian Albus, stand länger als 25 Minuten, aber auch keiner weniger als zehn Minuten auf dem Parkett - schließlich steht am Dienstagabend in Bayreuth bereits das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. 

Siege bei den Oberfranken und auch am Freitag (10. Mai, 20:30 Uhr, s.Oliver Arena) im letzten Heimspiel der easyCredit BBL-Hauptrunde gegen die Telekom Baskets Bonn sind die Grundvoraussetzung, wenn sich s.Oliver Würzburg am 34. und letzten Spieltag (Sonntag, 12. Mai, 18 Uhr bei Brose Bamberg) noch eine realistische Chance auf die Playoffs ausrechnen möchte. „Wir werden in jedem Spiel um die Playoffs kämpfen und alles geben. Es wird schwer, aber wir werden bis zum letzten Spieltag nicht aufgeben“, sagte Geschäftsführer Steffen Liebler im Halbzeit-Interview bei MagentaSport: „Wenn es dann nicht mit den Playoffs klappen sollte, sind wir aber nicht enttäuscht, denn es ist jetzt schon eine sehr erfolgreiche Saison, auf die wir stolz sein können. Wir haben eine Mannschaft, die Spaß macht, wollen Kontinuität hineinbringen und von dieser Truppe so viele Spieler wie möglich halten.“ 

Dass es vier Tage nach dem hochklassigen und kräftezehrenden Endspiel um den FIBA Europe Cup und durch den zusätzlichen Ausfall von Gabriel Olaseni für die Unterfranken in der Hauptstadt der erwartet schwere Gang werden würde, zeichnete sich bereits in der Anfangsphase ab: ALBA BERLIN startete mit deutlich mehr Energie, traf seine Würfe von der ersten Minute an hochprozentig (58 Prozent Dreierquote / 18 getroffene Dreier) und konnte sich durch den ehemaligen Würzburger Joshiko Saibou bereits in der fünften Spielminute (15:5) einen zweistelligen Vorsprung holen. 

 

DIENSTAG IN BAYREUTH - HEIMSPIEL AM FREITAG GEGEN BONN 

Ähnlich wie im Hinspiel in der s.Oliver Arena konnten die Hauptstädter gegen die stark dezimierte Würzburger Mannschaft die Partie bereits in der ersten Halbzeit für sich entscheiden: Nationalspieler Nils Giffey erzielte im ersten Viertel innerhalb von drei Minuten neun Punkte und brachte ALBA damit 29:15 in Front. Nach einem viertelübergreifenden 13:0-Lauf führten die Albatrosse in der 11. Minute mit 35:15 und ließen auch im weiteren Spielverlauf nicht nach: 9:28 lautete das Ergebnis zur Halbzeit. Auch nach dem Seitenwechsel konnten die Gastgeber ihren deutlichen Vorsprung immer weiter ausbauen. Obwohl die Wucherer-Schützlinge mit guter Moral versuchten dagegen zu halten, war der Vorsprung auf 74:44 angewachsen, ehe Felix Hoffmann mit ablaufender Uhr des dritten Viertels einen Dreier von ganz weit draußen traf und für einen der wenigen Höhepunkte aus Würzburger Sicht sorgte.

Im Schlussviertel konnten die Hauptstädter das Ergebnis bei nachlassender Intensität noch deutlicher gestalten. Den Schlusspunkt des Spiels setzte Julian Albus mit einem Dreier aus der linken Ecke zum Endstand von 108:69. „Wir haben viele Verletzte, haben überhaupt keinen Rhythmus hinbekommen und hatten in der Verteidigung und im Angriff nicht genug Energie. Wir müssen das Ding hier abhaken, weiter nach vorne schauen und uns auf den nächsten Gegner vorbereiten“, sagte Florian Koch nach der Schlusssirene: „Wir sind noch in einer Position, in der wir die Playoffs erreichen können. Am Dienstag in Bayreuth kommt es drauf an, aber auch dort wird es wieder schwierig.“ 

 

ALBA BERLIN - S.OLIVER WÜRZBURG 108:69 (32:15, 17:13, 25:19, 34:22) 

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Brad Lösing 15 Punkte/2 Dreier, Cameron Wells 12/2, Florian Koch 11/3, Devin Oliver 9/3, Xavier Cooks 9 (7 Rebounds), Felix Hoffmann 4/1, Mike Morrison 4 (6 Rebounds), Julian Albus 3/1, Skyler Bowlin 2 (5 Assists/3 Steals), Fynn Fischer.

Top-Performer Berlin: 
Peyton Siva 19/5 (10 Assists), Derrick Walton Jr. 15/3 (5 Assists), Nils Giffey 15/3, Franz Wagner 10, Landry Nnoko 9 (8 Rebounds).


Key Stats
Ballverluste: Würzburg 13 - Berlin 5 
Rebounds: Würzburg 28 (5 offensiv) - Berlin 48 (14 offensiv) 
Assists: Würzburg 15 - Berlin 27 
 

STIMMEN ZUM SPIEL  

Florian Koch, s.Oliver Würzburg: 
„Es ist immer schwer in Berlin zu gewinnen, wir hatten uns aber schon ein knapperes Spiel ausgerechnet. Wir haben viele Verletzte, haben überhaupt keinen Rhythmus hinbekommen und hatten in der Verteidigung und im Angriff nicht genug Energie. Wir müssen das Ding hier abhaken, weiter nach vorne schauen und uns auf den nächsten Gegner vorbereiten. Wir sind noch in einer Position, in der wir die Playoffs erreichen können. Am Dienstag in Bayreuth kommt es drauf an, aber auch dort wird es wieder schwierig.“ 

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: 
„Glückwunsch an Coach Aito und ALBA BERLIN zum Sieg. Es hat sich leider das bewahrheitet, was wir nach dem FIBA Europe Cup-Finale am Mittwoch und angesichts unserer vielen Ausfälle befürchtet hatten. Wir mussten auf Johannes Richter, Jordan Hulls und Gabriel Olaseni verzichten, und auch unsere Youngster Badu Buck und Joshua Obiesie stehen nicht zur Verfügung. Von daher war es heute schwer, genug Energie, Substanz und auch Tiefe ins Rennen zu schicken, um einer Top-Mannschaft wie ALBA BERLIN in eigener Halle Paroli bieten und mitspielen zu können.“ 

Aito Garcia Reneses, Headcoach ALBA BERLIN: 
„Es war für uns das erste Mal seit langer Zeit, dass wir wieder vier Tage Pause zwischen zwei Spielen hatten. Es hat uns gut getan, dass wir uns etwas erholen und trainieren konnten. Für Würzburg war es mit ihren Verletzten und den vielen Spielen in den Knochen die umgekehrte Situation. Wir haben heute gut gespielt, aber Würzburg ist mit weniger Energie angetreten, als man es sonst von ihnen gewohnt ist.“ 

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ALBA BERLIN - s.Oliver Würzburg
Foto: Camera4