SOUVERÄNER HEIMSIEG

Neun erfolgreiche Dreier bei zwölf Versuchen: Das war die gemeinsame Ausbeute der beiden Top-Scorer Jordan Hulls (24 Punkte) und Florian Koch (19) beim 90:75-Heimsieg von s.Oliver Würzburg am 2. Spieltag der easyCredit BBL gegen die BG Göttingen. Nach einem verhaltenen Start in die Partie holten Hulls und Koch mit zwanzig Zählern in Folge in der ersten Halbzeit die vorentscheidende Führung für die Gastgeber. Noch vor der Pause konnten sich die Schützlinge von Denis Wucherer zweistellig absetzen, am Ende stand ein souverän herausgespielter erster Saisonsieg.

Nach den guten Leistungen in Oldenburg und Berlin gab es für den Würzburger Headcoach keinen Grund, an seiner Startaufstellung herumzuschrauben: Auch bei der Heimpremiere standen beim Sprungball Cameron Wells, Skyler Bowlin, Noah Allen, Brekkott Chapman und Johannes Richter auf dem Parkett. Noah Allen erzielte die ersten fünf Zähler für s.Oliver Würzburg (5:5, 3. Spielminute), dann übernahm aber erst einmal sein Landsmann und Namensvetter im Veilchen-Trikot: Göttingens Power Forward Terry Allen legte zehn seiner insgesamt 21 Zähler bereits in den ersten sieben Minuten auf und sorgte für die frühe 11:16-Führung seiner Mannschaft.

Das war der Zeitpunkt, als die Hausherren ihre anfängliche Nervosität in der mit knapp 3.000 Zuschauern gefüllten Würzburger Turnhölle ablegten und ihren Rhythmus in der Offensive fanden. Jordan Hulls und Florian Koch gelang das am schnellsten: Sie machten zehn Punkte in Folge, darunter ein Dreier von Koch zum 18:18-Ausgleich und ein Dreier von Hulls zur 21:20-Führung zum Ende des ersten Abschnitts.

In Viertel zwei machten die beiden Würzburger Top-Scorer im selben Stil weiter: Auch die nächsten zehn Zähler gingen auf das Konto von Hulls und Koch, und beim Stand von 31:25 in der 13. Minute nahm Göttingens Trainer Johan Roijakkers seine erste Auszeit. „Ich muss nochmal in meinem Scoutingreport nachschauen, ob da drin steht, dass Jordan Hulls Dreier werfen kann“, scherzte der Niederländer nach dem Spiel. Bis zur Halbzeit hatte der „Sniper aus Indiana“ bereits 21 Zähler auf dem Konto und vier Dreier versenkt. Nach einer deutlichen 17-Punkte-Führung (49:32, 19. Minute) der Gastgeber hielten die Gäste aus Südniedersachsen dann wieder intensiver dagegen und konnten bis zum Seitenwechsel noch auf 51:38 verkürzen.

FLORIAN KOCH MIT ELF PUNKTEN IN FOLGE

Auch im dritten Viertel waren zunächst die Göttinger besser im Spiel und konnten eine Schwächephase im Würzburger Angriff nutzen, um ihren Rückstand weiter zu verringern. Erst in der 24. Minute erzielte Skyler Bowlin von der Freiwurflinie die ersten Punkte der Heimmannschaft in der zweiten Halbzeit, ganze vier waren es in den ersten fünf Minuten von Viertel Nummer drei. Durch drei Dreier von Terry Allen, Elias Lasisi und Kyan Anderson und einen Treffer von Dennis Kramer kamen die Veilchen auf 55:50 (26. Minute) heran. Dann ließen die Gäste Johannes Richter alleine an der Dreierlinie stehen, der die offensive Flaute beendete und zum 58:50 traf.

Der Rest des dritten Viertels gehörte wieder Florian Koch: Mit drei erfolgreichen Dreiern und insgesamt elf Punkten in weniger als vier Minuten riss er die Zuschauer in der Turnhölle immer wieder aus ihren Sitzschalen und holte den zweistelligen Vorsprung im Alleingang zurück - beim Spielstand von 69:58 ging es in den Schlussabschnitt. In den letzten zehn Minuten gelang es den Gästen dann nicht mehr, den verdienten Heimsieg von s.Oliver Würzburg noch einmal ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Vor und nach einer längeren Unterbrechung wegen technischer Probleme mit der Spieluhr über den Korbanlagen war es Luke Fischer, der die Würzburger Führung erst mit einem krachenden Dunk und dann mit einem Fastbreak-Korbleger auf 20 Punkte schraubte (88:68, 38. Minute) und damit jeden Restzweifel am Ausgang der Spiels beseitigte. Die obligatorische „Humba“ nach dem Heimsieg feierten die Spieler dann zusammen mit den Fans ausgelassen im neuen Fanblock im Innenraum der s.Oliver Arena - Florian Koch als „wertvollster Spieler“ der Partie (19 Punkte / 5 Dreier / 6 Rebounds) gab dabei den Takt vor.


S.OLIVER WÜRZBURG - BG GÖTTINGEN 90:75 (21:20, 30:18, 18:20, 21:17)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Jordan Hulls 24 Punkte/4 Dreier, Florian Koch 19/5 (6 Rebounds), Cameron Wells 13 (9 Assists), Luke Fischer 12 (8 Rebounds/2 Blocks), Johannes Richter 7/1, Skyler Bowlin 6/1, Noah Allen 5/1, (6 Rebounds), Felix Hoffmann 4, Nils Haßfurther, Brekkott Chapman, Joshua Obiesie.

Top-Performer Göttingen:
Terry Allen 21/4 (7 Rebounds), Darius Carter 16, Kyan Anderson 14/4. Bennet Hundt 10/3 (14 Assists).


Key Stats:
Rebounds: Würzburg 40 (11 offensiv) - Göttingen 23 (10 offensiv)
Trefferquote aus dem Feld: Würzburg 62 Prozent - Göttingen 41 Prozent
Dreierquote: Würzburg 60 Prozent (12 von 20) - Göttingen 37 Prozent (13 von 35)
Fastbreak-Punkte: Würzburg 8 - Göttingen 0


STIMMEN ZUM SPIEL

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Natürlich sind wir glücklich mit dem ersten Sieg. Es ist schön, dass das in dieser Saison etwas früher passiert ist als im letzten Jahr. Jordan Hulls und Florian Koch haben heute den Unterschied gemacht, weil sie von außen sehr hochprozentig getroffen haben und wir sie auch gefunden haben. Unsere 22 Ballverluste haben aber auch dafür gesorgt, dass Göttingen 13 Würfe mehr nehmen konnte als wir. So eine Statistik kann auch gerne mal nach hinten losgehen. Insofern sind wir froh, dass wir das Spiel trotzdem hinten raus einigermaßen souverän gewinnen konnten.“

Johan Roijakkers, Headcoach BG Göttingen:
Ich denke, dass wir das Spiel schon in der ersten Halbzeit verloren haben. Ich muss noch mal in meinem Scoutingreport nachsehen, ob drin steht, dass Jordan Hulls Dreier werfen kann. Das war in der letzten Saison schon ein Problem, und auch heute hat er den Unterschied ausgemacht. In der zweiten Halbzeit sind wir etwas besser ins Spiel gekommen, aber auch im vierten Viertel war Würzburg wieder die bessere Mannschaft. Unsere Verteidigung war einfach sehr schwach.“

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Skyler Bowlin
Foto: Gerd Ulherr