23 PUNKTE VORSPRUNG HERAUSGEHOLT

46 Punkte in der ersten und 43 in der zweiten Halbzeit, dazu eine bärenstarke Verteidigung fast über die gesamte Spielzeit: s.Oliver Würzburg steht nach einem deutlichen 89:66-Sieg beim zehnfachen italienischen Meister Pallacanestro Varese mit einem Bein im Finale des FIBA Europe Cups. Mit der lautstarken Unterstützung von gut 100 mitgereisten Fans, die direkt hinter der Würzburger Spielerbank standen, holten sich die Schützlinge von Headcoach Denis Wucherer bereits in der ersten Halbzeit einen zweistelligen Vorsprung, den sie im Verlauf der zweiten zwanzig Minuten kontinuierlich weiter ausbauen konnten. Topscorer auf Würzburger Seite waren Jordan Hulls (19 Punkte), Cameron Wells (18), Xavier Cooks (15) und Devin Oliver (14). Das Rückspiel findet am kommenden Mittwoch um 19 Uhr in der s.Oliver Arena statt, der Ticket-Vorverkauf im Onlineshop läuft bereits.

“Wir hatten unsere Fans heute sprichwörtlich im Rücken. Sie haben für eine großartige Stimmung gesorgt und uns gerade am Anfang bei der Suche nach unserem Rhythmus sehr unterstützt“, sagte Wucherer nach dem Spiel. Er konnte vor etwa 3.000 Zuschauern in der Enerxenia Arena wieder auf Center Mike Morrison zählen, der in der easyCredit BBL zuletzt zweimal angeschlagen aussetzen musste.

Zu Beginn der Partie sah es so aus, als würde sich ein ähnlich ausgeglichenes Duell entwickeln, wie es s.Oliver Würzburg in den Hinspielen der ersten beiden Playoff-Runden in Saratov und Aarhus erlebt hatte. Die Gastgeber starteten besser ins Spiel und konnten sich bis zur 6. Minute auf Power Forward Tyler Cain und Spielmacher Aleksa Avramovic verlassen, die zusammen die ersten 16 Punkte für Varese erzielten.

Die ersten sieben Zähler gingen auf das Konto von Cain, der Varese dadurch mit 7:3 in Führung brachte (2. Minute). Die Spieler von s.Oliver Würzburg brauchten aber nicht lange, um an beiden Enden des Parketts ihren Rhythmus zu finden. Cameron Wells, der in der vergangenen Spielzeit noch für Varese aktiv war und in der ersten Halbzeit von einigen Heimfans ausgepfiffen wurde, holte per Dreier zum 9:10 in der 4. Minute die Führung auf Würzburger Seite.

Drei Minuten später war es „Sniper“ Jordan Hulls, der zwei schnelle Dreier zum 17:20 traf. Nach einer Auszeit der Heimmannschaft legte Florian Koch von außen nach (17:23), und im Anschluss sorgten die Gäste mit ihrer aggressiven Verteidigung dafür, dass den Hausherren bis zur Halbzeit nicht mehr viel Zählbares gelingen sollte.

„Unsere gute Verteidigung war der Schlüssel, wir haben Varese über das gesamte Spiel zu schweren Würfen gezwungen“, sagte Center Gabriel Olaseni. Nachdem die Italiener in den ersten knapp sechs Minuten der Partie bereits 17 Punkte erzielt hatten, gelangen ihnen in den letzten 14 Minuten der ersten Halbzeit nur noch 16 Zähler, während bei s.Oliver Würzburg der Ball gut lief und die Chancen konsequent genutzt wurden. In der 15. Minute sorgte Jordan Hulls mit fünf Punkten in Folge für die erste zweistellige Führung (26:37), die die Gäste bis zum Seitenwechsel auf 33:46 ausbauen konnten.

Nach der Pause ging es genauso weiter: Zwar fiel bei den Gastgebern jetzt der eine oder andere Dreier, den Rückstand konsequent verkürzen konnte Varese aber nicht - ganz im Gegenteil: s.Oliver Würzburg agierte weiter voll konzentriert in der Verteidigung und mit Selbstvertrauen im Angriff, so dass wieder Hulls mit seinem vierten erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf den Vorsprung in der 26. Minute zum ersten Mal auf über 20 Zähler erhöhen konnte (40:61).

Daran änderte sich auch im weiteren Spielverlauf nicht mehr viel - immer dann, wenn Varese zur einer kleinen Aufholjagd ansetzte, hielten die Wucherer-Schützlinge dagegen. Am Ende gewannen sie alle vier Viertel des Spiels und führten zu Beginn der letzten Minute sogar mit fast 30 Punkten Differenz (60:89), ehe Jean Salumu noch Ergebniskosmetik betreiben konnte und zwei Dreier zum Endstand von 66:89 traf.

„Wir waren in dieser Größenordnung auch die bessere Mannschaft und sind mit dem Ergebnis natürlich sehr zufrieden“, sagte Denis Wucherer: „Wir haben in diesem Modus mit Hin- und Rückspiel aber im Viertelfinale erlebt, dass Holon eine Führung mit 33 Punkten nach dem ersten Spiel fast nicht gereicht hätte und dass Karsiyaka in Sassari in der ersten Halbzeit fast 20 Punkte aufgeholt hat. Insofern müssen wir auch im Rückspiel am nächsten Mittwoch voll konzentriert und fokussiert sein, um den Einzug ins Finale zu schaffen.

Im anderen Halbfinale hat sich der zweite italienische Vertreter Dinamo Sassari mit 94:89 bei UNET Holon in Israel durchgesetzt. Beide Rückspiele finden am kommenden Mittwoch, den 17. April statt.

 

PALLACANESTRO VARESE - S.OLIVER WÜRZBURG 66:89 (21:23, 12:23, 18:22, 15:21) 

Für s.Oliver Würzburg spielten: 
Jordan Hulls 19 Punkte/4 Dreier (5 Assists/3 Steals/5 Rebounds), Cameron Wells 18/2, Xavier Cooks 15 (7 Rebounds/4 Steals), Devin Oliver 14/4, Mike Morrison 8 (8 Rebounds), Gabriel Olaseni 6, Skyler Bowlin 6/2, Florian Koch 3/1, Johannes Richter.

Top-Performer Varese: 
Tyler Cain 15 (9 Rebounds), Thomas Scrubb 14/4 (8 Rebunds), Jean Salumu 11/2, Aleksa Avramovic 8/1. 

Key Stats: 
Dreierquote: Würzburg 42 Prozent (13 von 31) - Varese 28 Prozent (9 von 32)
Wurfquote aus dem Feld: Würzburg 52,3 Prozent- Varese 35,5 Prozent
Assists: Würzburg 22 - Varese 14

 

STIMMEN ZUM SPIEL

Devin Oliver, s.Oliver Würzburg:
„Als erstes möchte ich allen Fans danken, die uns bis nach Italien begleitet und uns unglaublich unterstützt haben. Es war ein Sieg der ganzen Mannschaft. Es ist stark, hier nach Varese zu kommen und uns einen Vorsprung von 23 Punkten für das Rückspiel nächste Woche zu holen. Jetzt müssen wir den Job in unserer Halle zu Ende bringen.“ 

Gabriel Olaseni, s.Oliver Würzburg:
„Unsere gute Verteidigung war der Schlüssel zum Sieg, wir haben Varese über das gesamte Spiel zu schwierigen Würfen gezwungen. Wir haben auch gut gereboundet und sind dadurch ins Laufen gekommen, unser Angriff lief heute ziemlich gut. Unsere Coaches werden aber nicht müde zu betonen, dass das erst die erste Hälfte von 80 Minuten waren. Wir müssen nächste Woche im Rückspiel genauso konzentriert und fokussiert sein. Wenn wir dann wieder mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, werden wir uns den nächsten Sieg holen und ins Finale einziehen.“ 

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Wir sind natürlich sehr zufrieden mit dem Resultat und auch mit der Art und Weise, wie die Mannschaft heute gespielt hat und aufgetreten ist. Wir hatten über 40 Minuten sehr viel Intensität, den nötigen Fokus und die Konzentration und haben sehr ordentlich verteidigt. Wir haben mit 23 Punkten Differenz gewonnen und waren in dieser Größenordnung auch die bessere Mannschaft. Wir haben aber in diesem Modus mit Hin- und Rückspiel im Viertelfinale erlebt, dass Holon eine Führung mit 33 Punkten nach dem ersten Spiel fast nicht gereicht hätte und dass Karsiyaka in Sassari in der ersten Halbzeit fast 20 Punkte aufgeholt hat. Insofern müssen wir auch am nächsten Mittwoch voll konzentriert und fokussiert sein, um den Einzug ins Finale zu schaffen. Wir hatten unsere Fans heute sprichwörtlich im Rücken. Sie haben für eine großartige Stimmung gesorgt und uns gerade am Anfang bei der Suche nach dem Rhythmus sehr unterstützt. Sie haben uns und dem Team ein großartiges Gefühl gegeben. Vielen Dank dafür und allen eine gute Rückreise.“ 

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Spieler und Fans in Varese
Foto: Heiko Becker